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Über den Schlaf

Notwendiges Übel, Zeitverschwendung, Grundbedürfnis, Menschenrecht oder Lebenselixier – zum Thema Schlaf existieren die unterschiedlichsten Meinungen und Einschätzungen.
Unbestritten ist sein Anteil an unserer Lebenszeit. Gut ein Drittel davon verbringen wir in der Horizontalen. Da die Dauer noch nichts über die Qualität des Schlafs aussagt, ist die Frage “Hast du gut geschlafen?” in jedem Fall eine berechtigte, denn gesunder Schlaf ist nicht nur erholsam, sondern auch ausschlaggebend für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden, mehr noch: Er ist überlebenswichtig.
Mehr als nur eine Unterbrechung im Tagesablauf
Warum müssen Menschen überhaupt schlafen?
Auch wenn der Körper zur Schlafenszeit augenscheinlich seine Arbeit herunter regelt, die Bewegung einstellt und Puls, Atemfrequenz und Blutdruck sinken lässt, haben bestimmte Bereiche des Körpers eine Menge zu tun:
– Das Gehirn arbeitet auf Hochtouren daran, die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten. Gleichzeitig festigt sich das Gedächtnis. Nervenverbindungen, die tagsüber aktiviert wurden, werden gestärkt, unbenutzte werden schwächer, indem das Gehirn die wichtigsten Ereignisse des Tages wie in einem Schnelldurchlauf mit den beteiligten Nervenzellen noch einmal durchspielt. Des weiteren wurde vor wenigen Jahren entdeckt, dass Gehirn und Rückenmark ein zusammenhängendes Entsorgungssystem haben, das – vor allem im Schlaf – Schadstoffe abtransportiert, die sich tagsüber angesammelt haben.
- Im Schlaf arbeitet unser Immunsystem auf Hochtouren. Es werden besonders viele immunaktive Stoffe ausgeschüttet, die die Immunabwehr steigern. Die Vermehrung natürlicher Killerzellen und die Fresszellenaktivität wird angeregt und Infektionen können so besser bekämpft werden.
- Die Verlangsamung der Atemfrequenz und das Abfallen des Blutdrucks entlasten Herz und Blutgefäße. Erholsamer Schlaf senkt damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall und schützt uns vor Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.
- Im Schlaf regeneriert sich der Körper und bildet neue Zellen. Ausreichend langer Schlaf kann sogar Alterungsprozesse verlangsamen.
Wir schlafen uns also in gewissem Sinne tatsächlich jung, gesund und schön.
Unsere innere Uhr

Wieviel müssen wir schlafen?

Unser Schlafbedürfnis wird insbesondere von zwei Faktoren beeinflusst:
1. Von unserer sogenannten „inneren Uhr“ (Chronobiologie), die sich am natürlichen Wechsel von Tag und Nacht orientiert und unseren Schlaf-Rhythmus vor allem durch den Übergang von hell zu dunkel regelt. Diese innere Uhr passt außerdem Stoffwechsel- und Wachstumsvorgänge an den Lauf von Tag und Nacht an und sorgt für einen mit der Dunkelheit ansteigenden Melatonin-Spiegel (des sogenannten Schlafhormons). Seit der Erfindung der Elektrizität entfernen sich die Menschen immer weiter von diesem durch die Natur vorgegebenen Rhythmus und haben Schwierigkeiten auf ihre innere Uhr zu hören, was wiederum zu Schlafschwierigkeiten führen kann. Die Wirkung der inneren Uhr spüren wir vor allem, wenn sie wie bei Schichtarbeit oder Jetlag nicht mehr ihrem natürlichen Ablauf folgt.
2. Der zweite Faktor, der auf unser Schlafbedürfnis wirkt, ist die Zeit, die seit dem letzten Aufwachen vergangen ist. Das bedeutet, dass wir nicht ewig wach bleiben können. Allerdings verändert sich das Schlafbedürfnis über die Jahre. Brauchen Säuglinge für alle notwendigen Wachstums- und Verarbeitungsvorgänge noch weit mehr als 10 Stunden Schlaf, sinkt das Schlafbedürfnis mit zunehmendem Alter wieder. Wie sehr man sich nach dem individuellen Schlafbedürfnis richtet, sagt allerdings immer noch nichts über die Qualität des Schlafs aus. Wie erholsam der Schlaf ist, scheint vielmehr mit den verschiedenen Schlafphasen zusammenzuhängen
Schlafphasen
Unser Schlaf durchläuft verschiedene Phasen. Er wechselt vom Leichtschlaf über den Tiefschlaf zum Traumschlaf und wiederholt diese Abfolge immer wieder. Zwei dieser Schlafphasen sind besonders wichtig für die Erholung:
– Im Tiefschlaf erholt sich der Körper und nutzt die Zeit, um wichtige Bausteine für die Erhaltung und Reparatur unseres Körpers zu bilden.
- In der so genannten REM-Phase (Rapid Eye Movement), der Zeit unserer intensivsten und am leichtesten zu erinnernden Träume, findet die geistige Erholung statt.
Sind diese zwei Phasen nicht in ausreichender Form vorhanden, verliert der Schlaf seine erholsame Funktion. Neben psychischen Effekten, wie depressiven oder aggressiven Verstimmungen, Depressionen, Angstzuständen oder Psychosen, kann zu wenig guter Schlaf über eine lange Zeit auch zu anderen Krankheitsbildern beitragen.
Schlafstörungen
Die Somnologie oder die Lehre vom Schlaf beschäftigt sich neben der Schlafforschung vor allem mit der Schlafmedizin, bei der alle Formen eines nicht erholsamen Schlafs, also Schlafstörungen, untersucht werden.
Schlafstörungen fallen zumeist in zwei Kategorien:
– Von einer Einschlafstörung spricht man, wenn man Probleme beim Einschlafen hat und dafür länger als 30 Minuten braucht.
- Beträgt die Zeit, in der man nachts wach ist, mehr als 30 Minuten, wird dies als Durchschlafstörung bezeichnet.
Um eine chronische Schlafstörung handelt es sich Schlafmedizinern zufolge erst, wenn die Störungen über einen Zeitraum von 4 Wochen mindestens 3 mal pro Woche auftreten. Ist dies der Fall, sollte man sich von einem Arzt über Behandlungsmöglichkeiten beraten lassen.
Zu wenig Schlaf kann negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben:
– Langfristig können Schlafstörungen zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems führen, wie zum Beispiel Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz.
- Schlafstörungen begünstigen Entzündungen im Körper, da die Immunabwehr im Körper nicht mehr richtig arbeiten kann.
- Folgen von fehlendem oder gestörtem Schlaf können auch Kopfschmerzen,
- Bluthochdruck,
- Magen-Darm-Probleme oder
- Depressionen sein.
- Chronische Schlafstörungen können zu einer Insulin-Resistenz und verschlechterten Glukose-Toleranz führen – beides Faktoren, die Diabetes ((Link auf Artikel Diabetes)) begünstigen.
- Ständiger Schlafmangel verringert nachweislich die Gedächtnisleistung.
Schlaflosigkeit im Alter
Bei vielen Menschen beginnt Schlaflosigkeit im mittleren Lebensalter und scheint häufig hormonelle Ursachen zu haben. Besonders ältere Menschen klagen häufig über Schlafstörungen und nehmen es oft sogar als gegeben hin, dass die Schlafqualität mit dem Alter abnimmt und die Ein- und Durchschlafprobleme mit dem Alter zunehmen. Allerdings ist nicht medizinisch nachgewiesen, dass der Schlaf im Alter automatisch weniger erholsam sein muss. Was sich über die Jahre ändert ist das Schlafmuster:
– Der Schlaf wird leichter und der Anteil der Tiefschlafphasen wird geringer.
- Diese nächtliche Einbuße an Erholung sorgt für eine verstärkte Müdigkeit am Tag.
- Zusätzlich wird die Stimme der inneren Uhr schwächer. Der Nachtschlaf verschiebt sich deshalb oft in den Tag ohne dass das Schlafbedürfnis insgesamt weniger wird
- Eine weitere Veränderung, die mit zunehmendem Alter zu beobachten ist, ist die Tendenz zum Frühaufstehen. Das könnte an einem mit dem Alter sinkenden Melatonin-Spiegel liegen. , dass ältere Menschen häufig früher zu Bett gehen. Auch hier hilft ein Nickerchen um die Mittagszeit, den Tag in nicht zu lange und sinnvolle Hälften zu unterteilen.
Bei Schlafproblemen genügen oft schon ein paar kleine Änderungen der Lebensgewohnheiten, um den Schlaf zu verbessern. Beginnen Sie doch zum Beispiel mit dem 6-Wochen-Schlafschule-Training für Ältere im Apothekenumschau Senioren-Ratgeber:
https://www.senioren-ratgeber.de/Gesundheit/6-Wochen-Schlafschule-544149.html

Das Ende der Schlaflosigkeit

Gegen Schlafstörungen helfen häufig schon kleine Veränderungen im Alltag. Auf dem Fachgebiet der Schlafmedizin wird das auch Schlafhygiene genannt. Voraussetzungen für einen gesunden Schlaf sind u.a.:
– Die optimale Raumtemperatur für einen erholsamen Schlaf sollte etwa 18 Grad betragen.
- Frische Luftzufuhr durch ein offenes oder gekipptes Fenster sorgt für besseren Schlaf.
- Im Schlafzimmer sollte es außerdem möglichst dunkel sein. Denn nur bei zunehmender Dunkelheit wird das für Schlafprozesse notwendige Hormon Melatonin ausgeschüttet. Handydisplays oder andere elektronische Medien mit künstlicher Lichtquelle verhindern beispielsweise kurz vor dem Schlafengehen dessen Ausschüttung.
- Sport und ausreichende Bewegung am späten Nachmittag bzw. mind. 3 Stunden vor dem Schlafengehen verhilft zu einer angenehmen Bettschwere. Ein leichter Abendspaziergang an der frischen Luft hat übrigens den gleichen Effekt.
- Leichte Mahlzeiten am Abend entlasten die Organe, die sonst lange mit der Verdauung beschäftigt sind.
- Ruhige Yoga- und Atemübungen, autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Meditationen oder Entspannungs-CDs helfen innerlich zur Ruhe zu kommen.
- Kein Alkohol und Koffein bis zu vier Stunden vor dem Einschlafen. Dagegen können Baldrian, Melisse, Hopfen und Lavendel bei Einschlafproblemen gerne unterstützend als Schlummertrunk, warmes Bad ätherisches Öl genossen werden, da sie die Nerven beruhigen.
- Routinen, wie feste Zubettgeh- und Aufstehzeiten helfen dem Körper einen gesunden Schlafrhythmus beizubehalten. Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, sollte keinen Mittagsschlaf machen.

Erfahren Sie hier alles wissenswertes über Diabetes

Der Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch einfach Diabetes oder Zuckerkrankheit genannt, bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselstörungen des Kohlenhydratstoffwechsels. Diese beruhen auf einem Mangel an Insulin und führen zu einer chronischen Überzuckerung: Der Blutzuckerspiegel der Betroffenen ist dauerhaft erhöht. Das schädigt mit der Zeit die Gefäße und verschiedenste Organe.

Prävalenz in Deutschland

Laut der International Diabetes Federation (IDF) wird die Anzahl der an Diabetes erkrankten Menschen in Deutschland auf 9,5 Millionen geschätzt. Dies entspricht einer Diabetesprävalenz von 15,3 %. Fast die Hälfte aller Diabeteserkrankungen in Deutschland sind undiagnostiziert. Diese stehen unter einem besonders hohen Risiko lebensbedrohlicher Komplikationen.

Diabetes: Symptome und Folgen

Die krankhaft erhöhten Blutzuckerwerte lösen bei Diabetes mellitus verschiedenste Symptome aus. Das gilt sowohl für die beiden Hauptformen der Zuckerkrankheit (Typ 1 und Typ 2) als auch für die selteneren Formen.
Akute Symptome treten bei Diabetes vor allem dann auf, wenn der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht gerät und der Blutzuckerspiegel extrem hoch ist. Dann kommt es nämlich zu starken Veränderungen im Wasser- und Mineralhaushalt. Gleichzeitig entsteht ein schwerer Energiemangel in den Körperzellen und im Zentralnervensystem.

Akute Syptome

Die wichtigsten akuten Diabetes-Symptome sind:
• Vermehrter Harndrang: Bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten wird vermehrt Zucker (Glukose) über die Niere ausgeschieden. Da Glukose physikalisch Wasser bindet, scheiden die Betroffenen zugleich große Harnmengen aus (bis über 2 Liter am Tag).
• Starker Durst: Als Folge des starken Harndrangs stellt sich bei den Betroffenen ein quälendes Durstgefühl ein. Selbst bei stark erhöhter Flüssigkeitsaufnahme lässt sich der Durst oftmals nicht richtig stillen.
• Schwäche, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen: Dadurch, dass der Körper den Zucker im Blut nicht verwenden kann, entsteht in den Zellen ein Energiemangel. Die Betroffenen fühlen sich schlapp und leistungsschwach. Ein Glukosemangel beeinträchtigt auch die Gehirnfunktion. Folgen reichen von Konzentrationsschwäche und Müdigkeit bis zu schweren Bewusstseinsstörungen und Koma.
• Sehstörungen: Eine nicht oder unzureichend behandelte Diabetes führt nicht nur zu einem erhöhten, sondern auch stark schwankenden Blutzuckerspiegel. Dadurch kann die Linse im Auge aufquellen. Die optische Brechkraft und die Sehschärfe verändern sich – die Patienten bekommen Sehstörungen. Für gewöhnlich halten diese einige Stunden an und klingen dann wieder ab.
• Juckreiz und trockene Haut: Infolge der gesteigerten Harnausscheidung kann es im Verlauf der Diabetes zu Juckreiz und sehr trockener Haut kommen. Aber auch andere Mechanismen könnten für einen Juckreiz verantwortlich sein, z.B. eine erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol oder Veränderungen der Blutgefäßwände.
• Geschwächtes Immunsystem: Auch das Immunsystem wird durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel auf eine noch nicht vollständig geklärte Weise geschwächt. Diabetiker leiden häufiger an Krankheiten wie Bronchitis, Lungenentzündung, Hautentzündungen oder verschiedenen Pilzkrankheiten. Als Schutz können Impfungen wie eine Grippe- oder Pneumokokkenimpfung dienen.

Langfristige Symptome

Späte Symptome des Diabetes mellitus entstehen in erster Linie, wenn der Blutzuckerspiegel häufig oder langfristig zu hoch ist. Die Blutgefäße und Nerven werden dadurch massiv geschädigt, was gravierende Folgen für Organsysteme und Körperfunktionen nach sich ziehen kann.
Langfristige Symptome einer Diabetes-Erkrankung sind:
• Nervenschäden: Ein hoher Blutzuckerspiegel schädigt auf Dauer das periphere Nervensystem. Davon betroffen sind sowohl die Muskeln steuernde (motorische) als auch die Organe steuernde (vegetative) Nervenbahnen. Dies geht oft mit einem gestörten Schmerzempfinden einher. Zum Beispiel werden Verletzungen der Haut oder Herzinfarkte nicht mehr als Schmerz wahrgenommen. Auch Störungen der Motorik können vorkommen.

• Schäden an den Blutgefäßen: Hohe Blutzuckerspiegel lösen zunächst bei den kleinen und kleinsten Blutgefäßen Veränderungen der inneren Wandschicht aus. Auf Dauer können auch die mittleren und großen Blutgefäße geschädigt werden. Daraus resultieren Durchblutungsstörungen bis hin zum völligen Verschluss. Davon können verschiedenste Organe betroffen sein, beispielsweise das Herz, das Gehirn, die Augen, die Nieren und die Haut.

• Depression: Rund ein Viertel aller Diabetes-Patienten leiden unter einer depressiven Verstimmung oder einer Depression. Auslöser ist häufig die Krankheit und ihre Spätfolgen. Umgekehrt haben Menschen mit Depressionen ein erhöhtes Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

• Impotenz: Männliche Diabetiker klagen häufig über Erektionsstörungen. Grund sind meistens Schäden der Blutgefäße an den Schwellkörpern des Penis. Auch Schädigungen des für die Erektion wichtigen autonomen Nervensystems und der Nervenbahnen können eine Rolle bei der Entstehung einer Impotenz bei Diabetes mellitus spielen.

Diabetes: Typ 1 und Typ 2

Bei der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus werden hauptsächlich zwei Formen unterschieden: Typ-1– und Typ-2-Diabetes. Dabei ist der Typ-2-Diabetes der weitaus häufigere. In Deutschland macht er etwa 90 – 95 % aller Fälle von Diabetes mellitus aus.
Der Typ-1-Diabetes wird durch einen absoluten Mangel des Hormons Insulin verursacht. Dieser Diabetestyp heißt deshalb auch insulinabhängiger Diabetes mellitus. Typ-1-Diabetes wird durch ein absolutes Versagen der Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produzieren, verursacht. Er beginnt meist im Kindes- und Jugendalter und ist bislang nicht heilbar, so dass die Patientinnen und Patienten ihr ganzes Leben lang Insulin spritzen müssen.
Der Typ-2-Diabetes entsteht zum einen durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin (Insulinresistenz), zum anderen führt eine jahrelange Überproduktion von Insulin zu einer „Erschöpfung“ der insulinproduzierenden Zellen (die Bauchspeicheldrüse kann nicht genügend Insulin für den erhöhten Bedarf liefern). Die Entwicklung des Typ-2-Diabetes erfolgt oft schleichend über mehrere Jahre. Aufgrund fehlender oder unspezifischer Symptome, wie z.B. Müdigkeit oder verminderte Leistungsfähigkeit, erfolgt die Diagnose häufig nur durch Zufall. Da der Diabetes-Typ-2 sich hauptsächlich ab dem 40. Lebensjahr entwickelt, wurde er früher auch als “Altersdiabetes” bezeichnet. Zunehmend erkranken in den letzten Jahren aber auch junge Erwachsene und Jugendliche daran. Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung der Erkrankung ist das sogenannte “metabolische Syndrom” (Wohlstandssyndrom). Hierbei treffen 4 Risikofaktoren zusammen: bauchbetontes Übergewicht, Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck und ein gestörter Zuckerstoffwechsel (Insulinresistenz). Zugrunde liegt meist eine energie-, zucker- und fettreiche Kost sowie Bewegungsmangel. Diese Faktoren spielen daher auch in der Prävention bzw. der Therapie des Typ-2-Diabetes eine entscheidende Rolle. Die wichtigsten Therapiebausteine sind zunächst regelmäßige Bewegung, angepasste Ernährung und ein normales Körpergewicht. Weitere Risikofaktoren stellen eine erbliche Vorbelastung und das Alter dar.

Ursachen und Risikofaktoren

Allen Formen des Diabetes mellitus liegt eine gestörte Blutzuckerregulation zu Grunde.
Nach einer Mahlzeit werden Nahrungsbestandteile wie Zucker (Glukose) über den Dünndarm in das Blut aufgenommen, was den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Das regt bestimmte Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) – die sogenannten „Langerhansschen Beta-Inselzellen“(kurz: Betazellen) – zur Ausschüttung von Insulin an. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Glukose aus dem Blut in die Körperzellen gelangt, wo sie als Energielieferant für den Stoffwechsel dient. Insulin senkt also den Zuckerspiegel im Blut.
Bei einer Diabeteserkrankung ist die Blutzuckerregulation an (mindestens) einer wichtigen Stelle gestört.
Warum sich bei manchen Menschen ein Diabetes mellitus entwickelt, ist nicht vollständig geklärt. Eine große Rolle spielen aber ungünstige Lebensstilfaktoren:
Die meisten Typ-2-Diabetiker haben Übergewicht oder sogar Adipositas (Fettsucht). Vor allem die Fettzellen im Bauchbereich bilden Entzündungsstoffe, die eine Insulinresistenz verursachen können. Ein erhöhter Bauchumfang erhöht deshalb das Risiko für einen Typ-2-Diabetes. Das Gleiche gilt für andere Faktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel. Dem Typ-2-Diabetes wird aber auch eine genetische Komponente zugeschrieben.

Therapie und Vorbeugung

Die Therapie des Diabetes mellitus zielt darauf ab, den erhöhten Blutzuckerspiegel zu senken und schädliche Diabetes-Folgen an Blutgefäßen, Nerven und Organen zu verhindern.
Das soll zum einen durch nicht-medikamentöse Maßnahmen erreicht werden: Vor allem die richtige Ernährung und ausreichend Bewegung können die Blutzuckerwerte verbessern. Regelmäßige Messen des Blutzuckerspiegels hilft, den Verlauf der Erkrankung im Blick zu behalten (eventuell mithilfe eines Diabetes-Tagebuchs).
Zum anderen erfordert die Diabetes-Behandlung oft zusätzlich Diabetes-Medikamente (Antidiabetika). Zur Verfügung stehen orale Präparate (blutzuckersenkende Tabletten) sowie Insulin, das gespritzt werden muss. Welche Antidiabetika im Einzelfall zur Anwendung kommen, hängt vom Diabetes-Typ und dem Schweregrad der Erkrankung ab.
Beim Typ-1-Diabetes muss das fehlende Hormon Insulin künstlich in Form von Insulinpräparaten zugeführt werden (Insulintherapie). Das Ziel dieser Insulintherapie ist nicht die Heilung von Typ-1-Diabetes, sondern Ersatz des fehlenden körpereigenen Insulins. Deshalb muss die Therapie kontinuierlich bis ans Lebensende durchgeführt werden. Eine Therapie zur Heilung ist bisher nicht verfügbar.
Beim Typ-2-Diabetes kann die erhöhte Insulinresistenz u. a. durch Gewichtsabnahme und vermehrte Bewegung verringert werden. Der Blutzucker sinkt bei jedem Patienten, der Übergewicht abbaut, prozentual im Mittel deutlicher als der Blutdruck. Etwa die Hälfte aller neu diagnostizierten Diabetiker erreichen durch eine Gewichtsabnahme von 10 kg eine Remission (normaler Nüchternblutzucker).
Nach aktuellen Studien ist mindestens dreimal in der Woche mindestens 30 Minuten leicht anstrengender Bewegung notwendig, um Stoffwechselstörungen wie z. B. der Zuckerkrankheit vorzubeugen bzw. nachhaltig zu beeinflussen.

Diabetes und Ernährung

Eine vielseitige und ausgewogene Ernährung ist für jeden Menschen wichtig, besonders aber für Diabetes-Patienten. Sowohl massive Blutzuckerspitzen nach dem Essen als auch plötzliche Unterzuckerungen (Hypoglykämien) gilt es zu vermeiden.
Die richtige Diabetes-Ernährung hängt zum Teil von der Form der Zuckerkrankheit ab: Typ-1-Diabetiker können sich grundsätzlich ähnlich ernähren wie Nicht-Diabetiker. Typ-2-Diabetiker aber sollten meist ihre Gesamtenergiezufuhr reduzieren, weil sie meistens übergewichtig sind. Wichtig bei beiden Diabetesformen ist, dass die Energiezufuhr und die verwertbare Insulinmenge optimal aufeinander abgestimmt sind.

Richtige Ernährung bei Typ-1-Diabetes:

Für Patienten mit einer Typ-1-Diabetes ist es als Erstes wichtig, den Kohlenhydratanteil einer Mahlzeit richtig einschätzen zu lernen. Nur dann können Sie sich die Menge an Insulin spritzen, die zur Nährstoffverwertung nötig ist. Wird vor einer Mahlzeit zu wenig Insulin gespritzt, kann es zu einer Überzuckerung (Hyperglykämie) kommen. Ist die Insulindosis zu hoch, sinkt der Blutzucker zu stark ab – ein Unterzucker (Hypoglykämie) droht. Sowohl Über- als auch Unterzucker können gefährlich werden.
Die richtige Insulindosis hängt von der Art und Menge der zugeführten Kohlenhydrate ab. So enthalten zum Beispiel Vollkornprodukte mehr langkettige oder komplexe Kohlenhydrate, für die weniger hohe Insulinspiegel benötigt werden als für die schneller im Blut auftauchenden kurzkettigen Kohlenhydrate. Letztere stecken unter anderem in Weißmehlprodukten und Süßigkeiten.
Um den Anteil an verwertbaren Kohlenhydraten besser einschätzen zu können, wurde der Begriff Kohlenhydrateinheit (KHE) eingeführt. 1 KHE entspricht 10 Gramm verwertbaren Kohlenhydraten und lässt den Blutzucker um 30 bis 40 mg/dl ansteigen.

Richtige Ernährung bei Typ-2-Diabetes:

Beim Diabetes mellitus Typ 2 sprechen die Körperzellen nur vermindert auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin an. Diese Insulinresistenz wird durch Übergewicht begünstigt. Die richtige Ernährung bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern hat daher eine Gewichtsabnahme zum Ziel. Regelmäßige körperliche Aktivität hilft, dieses Ziel zu erreichen. Gelingt es, die überschüssigen Kilos abzubauen, kann sich auch die Insulinresistenz verringern. Die Diabetes-Ernährung bei Übergewicht sollte also kalorienreduziert sein. Die empfohlene Kalorienmenge ist von verschiedenen Faktoren abhängig, beispielsweise von dem Körpergewicht, dem Alter und dem Ausmaß der körperlichen Aktivität.

Rückenbeschwerden

Was sind Rückenschmerzen?

Unter Rückenschmerzen versteht man alle Beschwerden im unteren, mittleren und oberen Rücken. Obwohl die häufigsten Rückenschmerzen unspezifische Ursachen haben, akut auftreten, harmlos sind und meist auch ohne Behandlung nach 2 Wochen verschwinden, sind sie dennoch der zweithäufigste Grund für einen Arztbesuch. In manchen Fällen können sie auch durchaus mit anderen Krankheitsbildern verbunden sein oder chronisch werden. Zunächst werden Rückenbeschwerden nach Schmerzort, Dauer, Ursache, Art und Schwere unterschieden.

Schmerzort

Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule werden umgangssprachlich oft als Kreuzschmerzen bezeichnet, fachsprachlich nennt man sie Lumbalgie, Lumbago oder LWS-Syndrom. Bei ausstrahlenden Schmerzen in die Extremitäten spricht man auch von einer Ischialgie oder Lumboischialgie.
Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule bezeichnet man als Dorsalgie oder als BWS-Syndrom.
Schmerzen der Halswirbelsäule werden oft als Nackenschmerzen, Cervicalgie oder HWS-Syndrom bezeichnet. Strahlen Schmerzen in die Arme aus, spricht man auch von einer Brachialgie oder Cervicobrachialgie.

Dauer

Akute Rückenschmerzen dauern wenige Tage bis 6 Wochen.
Alle Schmerzen, die zwischen 6 und 12 Wochen auftreten, werden als subakut bezeichnet.
Von chronischen Rückenschmerzen spricht man erst, wenn sie länger als 12 Wochen anhalten.

Arten

Es gibt viele unterschiedliche Bezeichnungen und Arten von Rückenschmerzen. Zu den häufigsten und bekanntesten zählen:

Hexenschuss
Von einem Hexenschuss spricht man, wenn der Schmerz im Kreuz plötzlich und stechend auftritt (Lumbago). Auslöser kann z.B. eine bestimmte Bewegung sein. Die Rückenmuskeln sind plötzlich so verspannt, dass die Bewegung wie eingefroren ist, und die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, ihren Rücken zu strecken. In der Regel strahlen die Schmerzen nicht ins Bein aus. Bandscheibenprobleme sind ebenfalls nicht Auslöser eines Hexenschusses.

Ischiasschmerz
Bei der Ischialgie strahlt der Schmerz ins Bein aus. Eine Reizung oder Verengung des Ischiasnerv, der von der Lendenwirbelsäule an der Oberschenkelrückseite bis zum Fuß verläuft, löst diesen Schmerz aus.

Bandscheibenvorfall
Hier unterscheidet man zwischen einer Bandscheibenvorwölbung und einem Bandscheibenvorfall. In beiden Fällen verursachen abgenutzte Bandscheiben Nervenreizungen bzw. drücken Teile der Bandscheibe auf benachbarte Nerven. Wölbt sich die intakte Bandscheibe in den Rückenmarkskanal, spricht man von einer Bandscheibenvorwölbung oder -protrusion. Beim Bandscheibenvorfall oder Prolaps bekommt der Faserring der Bandscheibe einen Riss, und der gallertartige Kern tritt in den Rückenmarkskanal aus.

Wirbelkanalverengung
Mit zunehmendem Alter bilden sich oft knöcherne Auswüchse (Hypertrophie) an Wirbelkörpern und -gelenken. Außerdem können sich die Wirbelbogengelenke abnutzen (Arthrose). Diese degenerativen Veränderungen können den Wirbelkanal einengen. Ähnlich wie beim Bandscheibenvorfall kommt es zu Druck auf die Nervenwurzel oft einhergehend mit Schmerzen und neurologischen Ausfällen. Die Nervenreizung entsteht am häufigsten im Lendenwirbelbereich.Leichtes Vorbeugen erweitert den Spinalkanal und führt damit zu einer Verminderung der Nervenreizung.

Osteoporose
Auch Wirbelkörperbrüche durch verminderte Knochendichte (Osteoporose) können Rückenschmerzen verursache. Je nach Ausmaß des bereits erfolgten Knochenabbaus kann der Wirbelkörper schon bei alltäglichen Bewegungen brechen. Aus diesem Grund muss eine Osteoporose gezielt behandelt werden.

Wirbelgleiten
Auch ein Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) kann für eine Nervenkompression verantwortlich sein. Dabei verschieben sich meist der fünfte Lendenwirbel und das Kreuzbein gegeneinander, der Lendenwirbel rutscht nach vorne. Wirbelgleiten gibt es von Geburt an oder kann sich abnutzungsbedingt nach dem 50. Lebensjahr einstellen.

Bandscheibenvorfall
Bandscheibenvorfälle ereignen sich meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, danach seltener. Zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr treten unspezifische Rückenschmerzen am häufigsten auf. Auch die Häufigkeit chronischer Rückenschmerzen steigt im Alter. Am häufigsten sind Rückenschmerzen in der Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen zu verzeichnen

Schwere

In seltenen Fällen werden Rückenschmerzen ausgelöst durch Entzündungen, Infektionen oder durch Tumore. Deshalb sollten Sie bei neu auftretenden oder länger als zwei Wochen bestehenden Rückenschmerzen auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Gehen Sie außerdem zum Arzt, wenn sich die Schmerzen in Rückenlage oder in der Nacht verschlimmern, sie trotz Selbsthilfemaßnahmen nach drei Tagen unverändert stark sind oder sich plötzlich verschlimmern. Ebenfalls zum Arzt gehen sollten Sie bei Schmerzen in Zusammenhang mit folgenden Symptomen:

Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühl,
Kontrollverlust im Bereich des Darms oder der Blase,
Atembeschwerden.
zunehmende Schwäche, fehlende Standfestigkeit der Beine und Kraftverlust in Armen und Händen,
starker Gewichtsverlust in kurzer Zeit sowie Appetitlosigkeit,
schlechtes Allgemeinbefinden sowie Fieber oder Schüttelfrost,
rasche Ermüdung,
vorausgegangener Unfall,
andauernde Kortisonbehandlung.

Ursache

In den meisten Fällen ist es schwierig, eine Ursache für Rückenschmerzen und Verspannungen auszumachen. Fast immer spielen mehrere Faktoren eine Rolle und die häufigsten Beschwerden sind auf eine Kombination von Ursachen zurückzuführen.

Bewegungsmangel
Zu wenig Bewegung führt zu schwächeren Muskeln. Das Zusammenspiel zwischen Muskeln, Knochen und Bändern funktioniert nicht mehr richtig. In der Folge kommt es zu schmerzhaften Muskelverspannungen.

Übergewicht
Starke körperliche Belastungen bzw. Fehlhaltungen und -belastungen
Lange einseitige Haltungen, die bspw. einer bestimmten beruflichen Tätigkeit geschuldet sind, fallen ebenfalls unter diese Kategorie. Treten Rückenschmerzen auf, werden die Schmerzen meist unbewusst durch eine Schonhaltung kompensiert. Dadurch werden andere Muskeln angespannt, die auf Dauer verspannen. Dies führt zu weiteren Fehlhaltungen, die wiederum zu neuen Rückenschmerzen führen können. Ein Teufelskreis entsteht.

Seelische Belastungen
Können sowohl Auslöser von Schmerzen, als auch an der Entstehung chronischer Schmerzen beteiligt sein.
Nachweisbare körperliche Schädigungen
Wie zum Beispiel Bandscheibenvorfälle, eingeklemmte Nerven oder eine Fehlstellung der Wirbelsäule, Knochenbrüche, Osteoporose, Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule, entzündlich-rheumatische Erkrankungen. In solchen Fällen muss zuerst die Grunderkrankung behandelt werden.

Die häufigsten Ursachen sind Bewegungsmangel in Kombination mit einer schwachen Muskulatur und täglicher einseitiger Belastung. Als Folge kommt es zu Verspannungen, die früher oder später zu den eigentlichen Rückenschmerzen führen. Denn verspannte und harte Muskeln können Nerven reizen und sich schließlich als akuter Schmerz äußern.
Auch die Bandscheiben geraten durch Übergewicht und Fehlhaltungen vermehrt unter Druck, verlieren an Elastizität und können abflachen. In der Folge werden die zwischen den Wirbeln gespannten Bänder lockerer und die kleinen Zwischenwirbelgelenke, die sogenannten Facettengelenke, werden stärker abgenutzt. Der gesamte Wirbelsäulenabschnitt wird instabiler. Um dies zu kompensieren, schalten sich die Rückenmuskeln ein und spannen sich an. Das kann zu Verspannungen und Nervenreizungen führen, die sich als Schmerz äußern. Dieser führt wiederum zu Schon- und Fehlhaltungen, die weitere Verspannungen und Schmerzen hervorrufen können, und die Spirale der Rückenschmerzen dreht sich immer weiter.

Rückenschmerzen lassen sich abhängig vom Ursprung unterscheiden in:

Radikuläre Schmerzen
Hier liegt die Ursache in einer gereizten Nervenwurzel (lat. radicula = kleine Wurzel). Die Reizung entsteht meist dadurch, dass die Nervenwurzel eingeengt wird, z. B. durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Entzündung. Radikuläre Schmerzen folgen dem Verlauf des gereizten Nervs. Sie strahlen also möglicherweise in den Arm bis zur Hand oder ins Bein bis zum Fuß aus. Der Schmerz wird am Nervenendpunkt (wie Hand oder Fuß) oft stärker empfunden als an der eigentlichen Schmerzquelle, der eingeengten Nervenwurzel beispielsweise im Nacken oder unteren Rücken. Oft kommt es bei radikulären Schmerzen zu Missempfindungen, wie Kribbeln oder Lähmungserscheinungen.

Pseudoradikuläre Schmerzen
Pseudoradikuläre Schmerzen äußern sich ähnlich, meist tritt der Schmerz aber nicht entlang eines bestimmten Nervs auf und es kommt nicht zu Lähmungserscheinungen. Die Schmerzen werden von Nervenreizungen an den Facettengelenken, im Iliosakralgelenk (ISG) oder im Bandapparat von Lendenwirbelsäule (LWS) und Kreuzbein (Lumbosakralbereich) verursacht oder haben ihre Ursache in Muskelverspannungen. Pseudoradikuläre Schmerzen treten häufiger auf als radikuläre Schmerzen.
Nicht immer haben Rückenschmerzen ihre Ursachen in der Wirbelsäule oder der Rückenmuskulatur. Manche Erkrankungen oder Zustände können zu Schmerzen führen, die in den Rücken ausstrahlen und deshalb für Rückenschmerzen gehalten werden, wie zum Beispiel:
Bauchspeicheldrüsenentzündung
Nierensteine
Blasenentzündung
Nierenbeckenentzündung
Regelschmerzen
Endometriose

Therapie

In den meisten Fällen geht es darum, Symptome zu lindern und den Betroffenen einen schmerzfreien Alltag zu ermöglichen. Bei leichten Rückenschmerzen und -verspannungen hilft häufig schon Wärme. Schmerzmittel erlauben eine Unterbrechung des Schmerzes und ermöglichen wieder normale und gesunde Bewegungen. Die Betroffenen werden damit auch davor bewahrt, Schonhaltungen einzunehmen. Zusätzlich wird in den meisten Fällen zu Sport und Bewegung geraten, denn zu langes Liegen verschlimmert die Situation, indem es die Muskeln schwächt, die wichtig sind, um den Rücken zu stützen. Zu den empfohlenen Sportarten zählen beispielsweise Rückenschwimmen, Fahrradfahren, Walken oder einfaches Spazierengehen. In diese Richtung geht auch die Physiotherapie, die bei Rückenschmerzen häufig verordnet wird, und die Bauch- und Rückenmuskulatur stärken soll. Denn nur eine kräftige Muskulatur in diesem Bereich kann die Wirbelsäule dauerhaft entlasten und unterstützen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Entspannungsverfahren, wie z.B. Yoga oder Meditation, die bei Rückenschmerzen helfen, auch indem sie eine gesunde psychische Verfassung fördern. Massage oder Akupunktur bieten ebenfalls Möglichkeiten, Rückenschmerzen entgegenzuwirken. Was bei all diesen Therapieformen tatsächlich am wichtigsten ist, ist die kontinuierliche aktive Mitarbeit des Patienten. Eine Operation steht außer in ganz speziellen Fällen am Ende der möglichen Therapieformen.

Vorbeugung

Zusätzlich zu den unter dem Punkt Therapie angesprochenen Hilfsmaßnahmen kann man im Alltag Verspannungen aktiv vorbeugen. Dabei helfen:

Eine richtige Haltung,
richtiges Heben und rückenschonendes Bücken, das heißt z.B immer mit geradem Rücken in die Knie zu gehen.
Gleichmäßige Belastungen, z.B. beim Tragen und Heben.
Ein ergonomisch optimal eingerichteter Arbeitsplatz.
Bei vorwiegend sitzenden Tätigkeiten ist es außerdem wichtig die Haltung immer wieder zu ändern.
Bei vorwiegend stehenden Haltungen ist ein lockeres Stehen auf beiden Beinen und eine abwechselnde Belastung angeraten.
Im Tagesablauf sollte man das Smartphone häufiger weglegen, um Fehlhaltungen des Nackenbereichs und Verspannungen im Schulterbereichs zu vermeiden.
Übergewicht reduzieren bzw. durch aktive Bewegung vermeiden.
Aktiv werden, bleiben und regelmäßig Sport treiben.

Das Herz-Kreislauf-System

Das Herz-Kreislauf-System, auch Kreislaufsystem oder Blutkreislauf genannt, bezeichnet das Transportsystem des Körpers. Es besteht aus unserem Herzen und den Blutgefäßen. Vom Herzen wird Blut in den gesamten Körper transportiert. Dabei werden alle Organe und Körperzellen mit Sauerstoff, Nährstoffen und Hormonen versorgt. Gleichzeitig werden die Stoffwechselprodukte der Zellen abtransportiert.

Aufbau

Der Blutkreislauf besteht aus dem großen Körperkreislauf und dem kleinen Lungenkreislauf. Gefäße, in denen das Blut zurück zum Herzen transportiert wird, nennt man Venen. Gefäße, die das Blut vom Herz zu den Organen leiten, heißen Arterien. Das Blut kann dabei umso besser fließen, je weniger die Gefäße durch Ablagerungen an den Gefäßwänden (Arteriosklerose) eingeengt werden und je elastischer sie sind.

– Im großen Körperkreislauf strömt das Blut aus dem linken Herz durch die Aorta, die Hauptschlagader, in die Arterien. Diese verzweigen sich wie Äste eines Baumes und werden immer dünner. Über die kleinsten, haarfeinen Gefäßen – die Kapillare – erfolgt die Abgabe von Sauerstoff und Nährstoffen an das Körpergewebe. Organe, Gewebe und Zellen werden durchblutet und mit Sauerstoff und anderen lebenswichtigen Substanzen versorgt. Zugleich werden Kohlendioxid und Abfallstoffe aufgenommen. Anschließend fließt das Blut über die Venen wieder zurück ins rechte Herz.

– Der kleine Lungenkreislauf beginnt in der rechten Herzkammer. Von hier wird das Blut über die Lungenarterien in die Lunge gepumpt. In der Lunge wird Kohlendioxid in die Ausatmungsluft abgegeben und Sauerstoff von der Einatmungsluft aufgenommen. Das sauerstoffreiche Blut gelangt dann über die Lungenvene ins linke Herz. Von dort gelangt es wiederum in den großen Blutkreislauf.

Das Herz ist ein faustgroßer Muskel, der sich wie alle Muskeln anspannen und entspannen kann. Er umschließt die Herzhöhlen, die mit Blut gefüllt sind und in das Gefäßsystem des Körpers übergehen. Zwei Herzhöhlen, der Vorhof und die Kammer, bilden jeweils eine Herzhälfte. Zwischen Vorhof und Kammer und am Übergang zum Gefäßsystem befinden sich die Herzklappen. Die rechte und die linke Herzhälfte sind durch die Herzscheidewand getrennt.

Im Herz-Kreislauf-System, auch kardiovaskuläres System genannt, fungiert das Herz als zentraler Motor, als sogenannte Muskelpumpe, und die Blutgefäße dienen als Transportwege. Um die Sauerstoffversorgung der Zellen und den Abtransport von Abbauprodukten zu gewährleisten, muss das Herz-Kreislauf-System für einen ständigen Umlauf des Blutes sorgen. In Ruhe wird innerhalb von nur einer Minute das gesamte Blutvolumen eines Erwachsenen, das sind ca. fünf bis sechs Liter, einmal durch den gesamten Organismus befördert. Alle Blutgefäße zusammengenommen bilden eine Strecke von ungefähr 100.000 Kilometern. Damit legt unser Blut eine Strecke zurück, die mehr als das Doppelte des Erdumfangs beträgt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch kardiovaskuläre Erkrankungen genannt, sind die Todesursache Nr. 1 in Industrieländern. Während sie bei Kindern und jungen Erwachsenen selten sind (außer es handelt sich um angeborene Herzfehler), steigt das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere Durchblutungsstörungen mit fortschreitendem Alter. Das liegt zum einen daran, dass der Herzmuskel über die Jahre schwächer wird. Das kann dazu führen, dass die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung im Körper nicht mehr richtig funktioniert. Um diesen Versorgungsengpass auszugleichen beginnt das Herz schneller zu schlagen, der Blutdruck erhöht sich und die Atmung wird schneller, um mehr Sauerstoff aufzunehmen. Bisher als leicht empfundene Tätigkeiten werden plötzlich als anstrengend wahrgenommen. Der Bluthochdruck, auch arterielle Hypertonie genannt, gehört daher auch zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und gilt als bedeutendster Risikofaktor für Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen. Eine chronische Herzinsuffizienz, die deshalb auch gerne als Herzschwäche oder Altersherz bezeichnet wird, ist allerdings nicht die einzige Gefahr, die dem Herz-Kreislauf-System im Alter droht. Auch akute kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall können mit zunehmendem Alter häufiger auftreten.
Unter den Herzerkrankungen sind die koronare Herzkrankheit, eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels, die häufig durch Arteriosklerose ausgelöst wird, sowie Herzklappenfehler am häufigsten. Bei den Gefäßerkrankungen sind es die arterielle Verschlusskrankheit und Krampfaderleiden bzw. Thrombosen. Zu den Infektionen des Kreislaufsystems gehören die Sepsis und katheterassoziierte Infektionen. Bei Störungen des Lungenkreislaufs kann sich eine pulmonale Hypertonie entwickeln.

Risikofaktoren

Eine Reihe von Risikofaktoren sind auf eine generell ungesunde Lebensweise zurückzuführen. Manche Risikofaktoren lassen sich durch aktives Zutun beeinflussen, andere muss man als gegeben hinnehmen.

– Zu den nicht-beeinflussbaren Risikofaktoren zählen Alter, Geschlecht und familiäre Vorerkrankungen. Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen steigt mit dem Alter und ist für Männer höher als für Frauen.

– Beeinflussen kann man dagegen Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Diabetes. Je früher und konsequenter diese behandelt werden, desto geringer das Risiko einer koronaren Herzerkrankung oder eines Herzinfarktes.

– Auch den Risikofaktor Übergewicht kann man positiv beeinflussen. Dazu trägt beispielsweise eine vollwertige, ausgewogene und fettarme Ernährung und eine Steigerung der körperlichen Aktivität bei.

– Stress ist ebenfalls ein Risikofaktor, vor allem, wenn er über einen längeren Zeitraum auftritt. Unter Stress steigt der Blutdruck und der Herzschlag erhöht sich. Das kann auf Dauer eine Belastung für Herz und Gefäße sein. Chronischer Stress kann sich auch negativ auf bestimmte Lebensgewohnheiten auswirken, die wiederum als Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen gelten. So neigen Menschen unter Stress zu einem erhöhten Alkohol-, Zigaretten- und Nahrungskonsum.

– Mangelnde Bewegung ist ein weiterer Bestandteil, der sich negativ auf unser Herz-Kreislauf-System auswirken kann. Es ist aber auch einer der Risikofaktoren, der sich leicht sehr positiv beeinflussen lässt.

– Rauchen ist ein gefährlicher Risikofaktor für Herzinfarkt, Arteriosklerose und Schlaganfall. Auch eine koronare Herzkrankheit tritt viel häufiger unter Rauchern auf. Nikotin schädigt nicht nur die Lunge, sondern auch Herz und Blutgefäße. Es stimuliert das Herz, schneller zu schlagen, erhöht den Sauerstoffbedarf des Herzens und wirkt verengend auf die Gefäße. Außerdem erleichtert Rauchen die Bildung von Blutgerinnseln und erhöht damit die Thrombosegefahr.

– Alkohol gilt ebenfalls als Risikofaktor, denn er führt zu einer erhöhten Ausschüttung von blutdrucksteigernden Hormonen.

Vorbeugung

Die meisten Risikofaktoren lassen sich durch aktives Zutun positiv beeinflussen. Als wichtigste Säulen in der Vorbeugung und Therapie von Herz-Kreislauf-Problemen gelten daher:

– eine gesunde Ernährung, die bewusst salz- und fettarm ist und auf vitamin- und ballaststoffreiche Nahrungsmittel sowie ungesättigte statt gesättigte Fettsäuren setzt. Damit kann sowohl vorhandenes Übergewicht reduziert als auch Cholesterinwerte gesenkt werden.

– und Sport. Mit regelmäßiger Bewegung lassen sich viele Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen minimieren, wie beispielsweise Übergewicht. Der Blutdruck wird dauerhaft gesenkt, erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte reduziert, Herz und Kreislauf werden gestärkt, und die Herzleistung verbessert. Sport und Bewegung führen zu einem gesteigerten körperlichen Wohlbefinden, das sich auch positiv auf die Psyche und Risikofaktoren wie Stress auswirken kann. Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sollten jedoch mit ihrem Arzt sprechen, bevor sie mit dem Training beginnen. Bei jeder körperlichen Belastung schlägt das Herz schneller und der Blutdruck steigt an. Damit das Herz-Kreislauf-System nicht überfordert wird, ist es wichtig, den idealen Bereich der Herzfrequenz während des Trainings zu kennen und die geeignete Sportart zu finden. Grundsätzlich gut geeignet sind Ausdauersportarten wie Fahrradfahren, Joggen, schnelles Gehen, Schwimmen oder Skilanglauf. Der Sport sollte besser regelmäßig, d.h. drei- bis viermal pro Woche für ca. 30 Minuten, und lieber langsamer und dafür länger betrieben werden.