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Sie benötigen ein Hörgerät – was ist zu beachten?

Hören Sie nicht mehr hundertprozentig? Verstehen Sie Ihre Mitmenschen nicht richtig oder nicht alles, was gesagt wird? Sie scheuen sich zu fragen, was Ihr Nachbar oder Familienangehöriger gesagt hat. Das passiert sehr oft in letzter Zeit? Dann nutzen Sie den kostenlosen Hörtest.

Viele ältere Personen benötigen ein Hörgerät.

Aufgrund der Diagnose des Hörtests vereinbaren Sie einen Termin beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Der erste Schritt ist der Besuch des Hals-Nasen-Ohren-Arztes, der den Grad der Schwerhörigkeit feststellt und aufgrund des Ergebnisses die Hörhilfe verordnet. Die Frage ist nur, wie ist das Gerät zu beschaffen. Nachstehend wird Ihnen erläutert, an wen Sie sich wenden und was Sie tun müssen:

  • Der Patient erkundigt sich vorerst bei der Krankenkasse, welche Hörakustiker in Wohnortnähe Vertragspartner der Kasse sind. Selbstverständlich ist eine Terminvereinbarung notwendig.
  • Der Hörakustiker überprüft unabhängig vom Arzt den Grad des Hörverlustes. Die Verordnung des Arztes wird dem Akustiker vorgelegt. Daraufhin werden die Vorteile und Funktionen der im Angebot befindlichen Hörgeräte erörtert.
  • Sie können Hörgeräte zur Probe in einem Zeitraum bis zu drei Wochen nutzen. Gibt es Probleme, werden Anpassungen vorgenommen. Das neue Hörgefühl ist nicht an einem Tag zu bewerten. Wie ist das Hörgefühl in Gesellschaft, wo viele Menschen sprechen, beim Einkaufen, Fernsehen oder nur beim Spazierengehen. Jede Situation bedeutet für den Schwerhörigen ein anderes Hörempfinden.
  • Wenn Sie sich für ein Gerät endgültig entschieden haben, wird ein Kostenvoranschlag erstellt. Falls Sie ein komfortables Modell wünschen, stellen Sie einen Antrag auf die anfallenden Mehrkosten. Allerdings wird überprüft, ob nun das teure Modell tatsächlich notwendig ist.
  • Nach Bewilligung der Kostenübernahme zahlt der Patient meist noch die Rezeptgebühr und eventuell einen Teil der Zuzahlung. Der Akustiker erklärt die Pflege des Gerätes und übergibt ein sogenanntes Serviceheft.

Moderne Fabrikate sorgen für Sicherheit

Die Geräte enthalten die Digitaltechnik, anders ausgedrückt die Töne und Geräusche werden sehr schnell aufgenommen, analysiert und auch reguliert. Günstige Geräte verfügen genauso über die moderne Technik. Die Grundausrüstung sind vier einstellbare Kanäle und überdies drei Hörprogramme. Der Patient kann eine Rückkopplungs- bzw. Störschallunterdrückung aktivieren. Mithilfe eines Audioeinganges und eines dazugehörigen Kabels können Sie einen MP3-Player nutzen.

Vorteile eines modernen Fabrikates

Für den Patienten ist es immens wichtig, das Selbstbewusstsein zu fördern. Darüber hinaus ist die erhöhte Sicherheit im Straßenverkehr lebenswichtig. Menschen, die nicht hundertprozentig hören, sind angespannt und aufgrund der ständigen Anspannung rasch müde. Einigen Schwerhörigen fällt es nicht leicht, mit der Hörhilfe leben zu müssen. Hörakustiker bieten Hörtrainings an, die unbedingt in Anspruch zu nehmen sind.

Wie wird älteren, schwerhörigen und pflegebedürftigen Menschen geholfen

Hausnotrufgeräte und der dazugehörige Service geben ein Gefühl der Sicherheit. Die Senioren fühlen sich wohler, wenn sie bei Bedarf den Hausnotruf wählen können. Die Gewissheit, wenn ich in Not bin, kommt sofort Hilfe, sorgt für mehr Sicherheit und daraus folgernd für mehr Lebensqualität. Ein Knopfdruck genügt, Hilfe kommt. Der klassische Hausnotruf ist mit einer Basisstation und einem Funkarmband ausgestattet.

Ältere Menschen fühlen sich in ihrem Zuhause sicherer und wohler. Wenn Sie über einen Hausnotruf und die moderne Hörhilfe verfügen, sind Sie unabhängig. Sie bewältigen den Alltag leichter, auch mit Hörproblemen.

Der komfortable Hausnotruf ist mit einem zusätzlichen Tablet ausgerüstet. Der Notruf wird via Video aktiviert, sodass die Helfer in der Notrufzentrale sofort reagieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen können.

Unabhängigkeit mit dem Hausnotrufgerät und Hörgerät ist durchaus realisierbar, die Senioren fühlen sich sicher und beschützt.

Was zahlt eigentlich die Krankenkasse für die Hörhilfe?

Die Krankenkassen beteiligen sich mit ca. 730 Euro. Für Sie bedeutet dies, ein Modell zum „Nulltarif‘“. Die Rezeptgebühr von 10 Euro ist allerdings vom Versicherten zu zahlen. Die Lautstärkeregelung ist manuell einzustellen, ebenso die Programmumschaltung. „Besser hören zum Nulltarif“ bestätigt die Qualität des Basis-Gerätes. Wer allerdings zusätzliche Funktionen wünscht, deren komplette Kostenübernahme meist nicht realisierbar ist, akzeptiert den Zusatzbetrag und besitzt ein Hörsystem nach seinen Wünschen.

Die Akustiker schließen Verträge mit den jeweiligen Krankenkassen ab. Kleine Reparaturen und die notwendige Wartung sind sechs Jahre für den Versicherten kostenlos. Wenn Sie sich allerdings für ein Gerät mit Zuzahlung entscheiden, werden anteilige Kosten in Rechnung gestellt.

Unterschiedliche Modelle ermöglichen gezielte Auswahl

Das klassische Gerät, welches Sie hinter dem Ohr tragen, ist leistungsstark und auch für Menschen geeignet, die über einen hohen Hörverlust klagen. Das Modell ist effizient einsetzbar bei allen Arten von Hörproblemen. Das Passstück zum Ohr ist resistent gegen Schweiß und sorgt mit dem festen Halt für die Schallübertragung. Die überdurchschnittlich großen Batterien halten länger.

Extras müssen Sie selbst bezahlen:

  • Das drahtlose Hörsystem kann mit dem Smartphone oder einer App bedient werden. Wer sich mit dem Handy gut auskennt, interessiert sich für dieses System. 500 Euro Mehrkosten sollten berücksichtigt werden.
  • Geräte mit auswechselbaren Akkus sind zweckdienlich. Die Hörgeräte werden nachts in das Ladegerät gesteckt. Der lästige Batteriewechsel entfällt. Die Zuzahlung beträgt ca. 600 Euro.
  • Automatik bedeutet, dass sich die Lautstärke automatisch reguliert. Die Zuzahlung ist abhängig vom Gerät und erstreckt sich von ca. 250 bis 1.000 Euro. Die Situationsautomatik sorgt dafür, dass sich das System selbst in das Hörkomfort-Programm schaltet, der Verwender ist überzeugt vom natürlichen Hörempfinden.
  • Der Impulsschallfilter dämpft plötzlich auftretende Geräusche. Hier sind Sie mit ca. 500 Euro dabei.
  • Wer häufig draußen unterwegs ist, bevorzugt den Windgeräuschfilter. Geräusche, die Verwirbelungen entstehen, werden gefiltert. Hier muss mit ca. 1000 Euro Zuzahlung gerechnet werden.
  • Richtmikrofone sind für Sprache geeignet, optimal für Leute, die häufig in Gesellschaft sind, jedoch den Gesprächen nicht folgen können. Mit ca. 300 Euro werden die Mikrofone berechnet.

Geräusche werden bewusst gehört aufgenommen und unbewusst „gefiltert.“ Sprache verstehen, Musik genießen, Geräusche auf Anhieb erkennen und filtern, sind Fähigkeiten, die den Menschen mit Hörverlust fehlen. Der Vorgang des Hörens enthält viele Facetten, Sie haben dies festgestellt, indem zahlreiche Zusatzfunktionen nur für bestimmte Geräuscharten anwendbar sind. Einige Menschen nehmen nur die Geräusche gedämpft wahr, andere Menschen können keine leisen Töne heraushören, nur laute Töne sind wahrnehmbar. Zischlaute wiederum sind für einige Leute problematisch. Das Stimmengewirr mit verzerrten Lauten und undeutlichen Worten ist für einen großen Teil der Schwerhörigen ein ernstzunehmendes Problem. Lassen Sie es nicht zu einem unüberwindbaren Problem werden, holen Sie Hilfe und probieren Sie das geeignete Hörgerät aus.

Niemand muss unter Schwerhörigkeit leiden, irgendwann sind diese Menschen ausgeschlossen, weil sie „nichts mitkriegen.“ Bevor die Patienten darunter leiden und Komplexe entwickeln, ist die optimale Hörhilfe hilfreich.

Fazit

Nutzen Sie die Möglichkeiten vom kostenfreien Hörtest bis zur unverbindlichen Probenutzung der Hörhilfe. Niemand muss unter seiner Schwerhörigkeit leiden und ausgeschlossen sein. Die unterschiedlichen zusätzlichen Funktionen sind für viele Verwender durchaus sinnvoll, während das Basis-Modell zum Nulltarif durchaus empfehlenswert ist. Schwerhörige vermeiden es, sich mit Freunden zu treffen, sie verstehen die Gespräche nicht mehr und schämen sich, dies zuzugeben. Die Folge ist Isolation, irgendwann sind seelische und körperliche Schäden bemerkbar. Das Hörvermögen ist mit ausschlaggebend für die jedem Menschen zustehende Lebensqualität.