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Die Corona Impfung – Wie komme ich nun an einen Termin?

Seit Beginn des Jahres 2021 wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Da der Impfstoff bisher nur knapp zur Verfügung steht, werden bestimmte Bevölkerungsgruppen nach der Impfverordnung priorisiert. Bisher wurden hauptsächlich Menschen der Gruppe 1, also der höchsten Prioritätengruppe gegen Covid-19 geimpft. Dazu gehörten alle impfbereiten Personen über 80 Jahren sowie Menschen in Pflegeheimen, Ärzte und Pflegekräfte. Ab April 2021 stehen nun Impfungen für weitere Bevölkerungsgruppen an. Aber wer gehört dazu und kann sich bald gegen das Coronavirus impfen lassen?

Wer wird als nächstes geimpft?

Ab April 2021 dürfen sich alle Menschen der Prioritätengruppe 2 gegen das Coronavirus impfen lassen. Dazu gehören neben den über 70-jährigen auch Menschen mit bestimmten (Vor-) Erkrankungen. Diese sind:

  • Demenz
  • Geistige Behinderungen oder Trisomie 21
  • Menschen mit einer Conterganschädigung
  • Menschen mit einem oder mehreren transplantierten Organen
  • Menschen mit schweren psychiatrischen Vorerkrankungen
  • Diabetespatienten mit hohen Blutzuckerwerten
  • Menschen mit schweren chronischen Lungen, Leber oder Nierenerkrankungen
  • Menschen mit Adipositaserkrankung (Fettleibigkeit mit Body-Mass-Index über 40
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Menschen

Die von uns aufgestellte Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Haben Sie ein nicht aufgeführtes erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus oder für einen schweren Verlauf der Krankheit können Sie sich dieses von einem Hausarzt bescheinigen lassen. In diesem Fall rücken Sie damit in die Prioritätengruppe 2 oder 3 vor.

Anschließend an die Gruppe 2 wird die dritte Prioritätengruppe geimpft. Zu dieser gehören alle Menschen über 60 ohne Einschränkungen sowie Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Herzkrankheiten, Autoimmunkrankheiten oder Asthma. Auch Krebserkrankte und Menschen mit HIV-Erkrankung oder Schlaganfällen gehören zu dieser Gruppe genauso wie Personen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten.

Ich bin impfberechtigt: Wo bekomme jetzt ich einen Impftermin her?

Die Zuteilung von Impfterminen ist in Deutschland Ländersache. In den meisten Bundesländern erhalten Sie ein Schreiben, sobald Ihnen ein Termin angeboten wird. Treten Unstimmigkeiten auf oder erhalten Sie trotz Zugehörigkeit zu einer priorisierten Gruppe keinen Impftermin, können Sie sich darüber hinaus an den Kassenärztlichen Notdienst unter der 116117 oder an die Impfhotline ihres Bundeslandes wenden. Bei weiteren Fragen stehen ihnen darüber hinaus Hausnotrufsysteme rund um die Uhr zu Verfügung. Bei diesen erhalten Sie schnell und ohne versteckte Zusatzkosten Hilfe bei allen medizinischen Fragen und Problemen.

Wie läuft die Impfung ab?

Damit Sie nach der Impfung vor einer Ansteckung mit Covid-19 geschützt sind, muss die Impfung zwei Mal erfolgen. Dabei erfolgt die zweite Impfung in der Regel etwa drei Wochen nach der ersten Impfung. Etwa einer Woche nach der zweiten Impfung sind Sie nach aktuellem Stand der Erkenntnisse vollständig vor dem Coronavirus geschützt. Allerdings ist es nach der Impfung unter Umständen weiterhin möglich, nicht geimpfte Mitmenschen mit dem Coronavirus anzustecken. Deshalb gelten auch für geimpfte Personen weiter die gängigen Schutzmaßnahmen wie Abstand halten und das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes.

Wo wird geimpft?

Geimpft wird hauptsächlich in von den Bundesländern eingerichteten zentralen Impfzentren. Darüber hinaus sind mobile Impfteams unterwegs, die zum Beispiel in Pflegeheime impfen. Zukünftig soll die Impfung gegen Covid-19 auch in Hausarztpraxen verabreicht werden, dazu finden aktuell Modellprojekte statt.

Für Menschen, die nicht selbstständig zu einem Impfzentrum gelangen können, stehen neben den mobilen Impfteams auch Impfbusse oder andere lokale Impfangebote zur Verfügung. In Gegenden ohne mobile Teams können Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Fahrt erstattet bekommen. Selbiges gilt für Personen mit Pflegegrad 4 oder 5. Allerding entscheiden die Krankenkassen von Einzelfall zu Einzelfall und sind nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. In manchen Städten können sich ältere oder mobil eingeschränkte Personen darüber hinaus kostenfrei mit dem Taxi zum Impfzentrum fahren lassen. Es stehen also zahlreiche Optionen offen.

Etwas anders sieht es bei bettlägerigen Menschen aus. Da der Impfstoff von BioNTech und Pfizer stark gekühlt werden muss und deshalb nur schwer zu transportieren ist, muss hier noch eine Lösung gefunden werden.

Warum sollte ich mich impfen lassen?

Grundsätzlich ist die Impfung gegen das Coronavirus freiwillig. Die Impfung wird allerdings von Experten stark empfohlen, da diese nicht nur zum eigenen Schutz, sondern auch zur Eindämmung der Pandemie beiträgt. Nur wenn ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickelt hat – entweder durch eine überstandene Infektion oder durch die Impfung – können die bestehenden Regelungen langfristig gelockert oder ausgesetzt werden. Auf diese Weise trägt die Impfung maßgeblich zur Rückkehr in ein normales Leben bei.

Was muss ich bei der Impfung beachten?

Zur Impfung sollten Sie Ihren Personalausweis, Ihren Terminnachweis und Ihren Impfpass mitbringen. Darüber hinaus sollten Sie wissen, welche Krankheiten und Allergien bei ihnen vorliegen. Eine Krankenkassenkarte ist nicht notwendig, allerdings sollten Sie, wenn vorhanden, Ihren Medikationsplan mitbringen. Wenn Sie keinen Impfpass haben oder diesen nicht finden kann das Impfzentrum eine Ersatzbestätigung ausstellen.

Für die Impfung sollten Sie auch darauf achten, sowohl in den zwei Wochen vorher als auch in den zwei Wochen nachher keine andere Impfung zu erhalten. Auch Menschen, die schwer auf Impfungen reagieren oder die aufgrund einer Allergie bereits einen anaphylaktischen Schock hatten, werden aus Sicherheitsgründen zunächst nicht geimpft. Die Impfung ist kostenfrei und braucht keine weiteren Vorbereitungen.

Welche Nebenwirkungen hat die Impfung?

Als häufigste Nebenwirkungen der Impfung treten leichte bis mittelstarke Schmerzen an der Einstichstelle auf. Darüber hinaus kann es zu Erschöpfung, Kopfschmerzen, leichtem Fieber oder Gliederschmerzen kommen. Diese Beschwerden gehen normalerweise nach wenigen Tagen wieder zurück. Bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden sollten Sie sich an Ihren Hausarzt oder an einen Hausnotrufservice wenden. Schwere Nebenwirkungen treten bei der Impfung gegen das Coronavirus allerdings ausgesprochen selten auf. Nur bei 0,3 von 1000 Impfdosen gab es bisher einen Verdacht auf schwere Nebenwirkungen.

Welche Impfstoffe stehen aktuell zur Verfügung?

Aktuell sind der Impfstoff von BioNTech und Pfizer sowie der Impfstoff von AstraZeneca in Deutschland zugelassen. Ersterer basiert dabei auf einer neuen mRNA Technik, die Informationen aus der mRNA des Virus enthält. Aus diesen Informationen erhält der Körper den „Bauplan“ dafür, eigene Antikörper gegen das Coronavirus herzustellen. Das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus sinkt bei Menschen, die mit dem Impfstoff von BioNTech und Pfizer geimpft wurden um 95%. Aufgrund der neuen Technik haben manche Menschen Bedenken wegen möglicher gesundheitlicher Risiken. Darauf gibt es allerdings keine fundierten Hinweise. Der Impfstoff wurde vor seiner Zulassung ausgiebig getestet und von Experten für sicher befunden.

Bei dem Impfstoff von AstraZeneca handelt es sich um Bestandteile des Erbguts des Coronavirus, die in den Körper injiziert werden. Seit März 2021 werden auch Menschen im Alter von über 65 Jahren mit dem AstraZeneca Impfstoff geimpft. Der Impfstoff war in Kritik geraten, da einige Fälle von seltenen Hirnvenen-Thrombosen nach der Impfung aufgetreten sind. Die aufgetretenen Probleme konnten mittlerweile behoben werden. Aus diesem Grund empfiehlt die Europäische Arzneimittelbehörde EMA weiterhin mit dem Impfstoff von AstraZeneca zu impfen.